Verdeutlicht man sich, dass den heutigen Absolventen ein Berufsleben bis zum Jahr 2055 bevorsteht, wird klar, dass nicht nur auf den ständigen Wechsel des persönlichen Arbeitsumfeldes vorzubereiten ist, sondern regelmäßig Branchentrends und zukünftige Modelle in das Curriculum integriert werden müssen.
Die Orientierung an der Arbeitsmarktfähigkeit (Employability) ist für die meisten Hochschulen, die heute das Studium Event-, Messe- oder Kongressmanagement anbieten, Pflicht. Nur Absolventen, die Kenntnisse und Fähigkeiten haben, die von Unternehmen und Organisationen verlangt werden, schaffen den Einstieg in das Berufsleben. Für zukünftige Eventmanager heißt das, profunde Kenntnisse des Veranstaltungsmarktes zu erlangen, Management- und Teamfähigkeiten auszubilden, Sprach-, Computer- und Webkenntnissen zu vertiefen, Flexibilität und Teamfähigkeit zu lernen, sowie Veranstaltungen als Mittel der Live Kommunikation inszenieren zu können.
Die Hochschule muss die Studierenden in die Lage versetzen, den permanenten Wandel von Märkten, Unternehmen und des eigenen Jobprofils im Sinne Change Management zu erkennen und managen zu können.
So ist es eine beständige Herausforderung für die Hochschule, Trends der Veranstaltungsbranche zu erkennen, neue Moden von neuen Modellen zu unterscheiden und auf Nachhaltigkeit und Tauglichkeit für den Studienbetrieb zu überprüfen. Die Studierenden erhalten ein Angebot, sich bereits innerhalb des Studiums mit diesen Zukunftsthemen auseinanderzusetzen.
Dabei wurden die ersten massiven Auswirkungen der Globalisierung zu Beginn dieses Jahrtausends für die Veranstaltungsbranche spürbar. Spätestens seit der jüngsten Finanzkrise wurde überdeutlich, dass weder Kapital, noch erfolgreiche Ideen und Produkte nationale Grenzen oder Sprachgrenzen kennen. Unternehmen und Verbände agieren zunehmend global und nutzen weltweit die Kommunikationsinstrumente Messen, Marketing Events und Meetings.
Unsere Studierenden müssen im Studium bereits befähigt werden, mit Veranstaltern und Teilnehmern aus anderen Kulturräumen professionell zu interagieren und auch die Chance bekommen, in diesen Märkten weltweit arbeiten zu können. Nicht nur in Vorlesungen, Projekten oder Workshops sollte Interkulturelle Kompetenz trainiert werden. Am besten ist es, ihnen zusätzlich eigene Erfahrungen mit Menschen aus anderen Kulturräumen zu ermöglichen.
Studierende der Hochschule Osnabrück können heute die Ergebnisse unserer weitreichenden Internationalisierungsstrategie nutzen: Das internationale Netzwerk der Hochschule Osnabrück mit mehr als 100 Partner- und Kooperationshochschulen auf allen Kontinenten ermöglicht persönliche Auslandserfahrungen. An der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Osnabrück beträgt der Anteil ausländischer Studierender 18 % und es gibt viele Gelegenheiten für den Erwerb von interkultureller Kompetenz.
Von besonderer Bedeutung für zukünftige Eventmanager, die in Osnabrück ausgebildet werden, ist das Eventmanagement Programm in Shanghai, das zu einem intensiven Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden den beiden Hochschulen führt. Die Hochschule Osnabrück ist die einzige deutsche Hochschule, die ihren Eventmanagement-Studiengang ins Ausland exportiert hat. Darüber hinaus ist sie die einzige Hochschule weltweit, die im Rahmen eines Sino-Foreign Study Programme Eventmanagement in China anbietet. Die Kooperation mit dem Shanghai Institute of Foreign Trade (SIFT) besteht seit 2003 und wurde erst kürzlich bis zum Jahr 2018 verlängert. Mehr als 250 Business- und Eventmanager haben bislang einen doppelten Bachelorabschluss nach deutschem und chinesischem Recht erworben. Studierende der HS Osnabrück können im Rahmen ihres Auslandsemester in Shanghai Eventmanagement studieren und auch ihr Praktikum in Shanghai absolvieren. www.wiso.hs-osnabrueck.de/iemsde.html
Immer mehr Veranstalter und Teilnehmer halten es für notwendig bis selbstverständlich, durch aktives Handeln und nachhaltiges Management von Events oder Event-Dienstleistungen möglichst viel zum Umweltgedanken beitragen zu können. Die deutsche Veranstaltungswirtschaft bearbeitet dieses Thema spätestens, seit sie 2009 die Veranstaltungsreihe Green Meeting & Events Germany ins Leben rief. Nachhaltiges Eventmanagement gehört zur Kernkompetenz an der HS Osnabrück.
Als University of Applied Sciences pflegen wir in Osnabrück enge Beziehungen und einen offenen Dialog und Zusammenarbeit mit Repräsentanten aus der Veranstaltungswirtschaft, die als Referenten, Anbieter von Praktika und Diskussionspartner mit ihrem Praxis-Input für die Ausbildung von allergrößter Bedeutung sind. Dabei spielen Verbände der Veranstaltungswirtschaft eine besondere Rolle, da sich in ihnen die aktuellen Diskussionen der Branche bündeln. Die Hochschule Osnabrück ist Mitglied der ICCA, der Autor ist Mitglied des EVVC und hat als wissenschaftlicher Beirat für den FME gewirkt.
Studentische Projektteams haben beim David Award des FME teilgenommen, als Mystery Shopper am EVVC-Award mitgewirkt und ausgewählte Studierende nehmen an den ICCA-Generalversammlungen teil. In jedem Semester werden Projekte mit Praxisbezug, auch in Zusammenarbeit mit externen Auftraggebern, bearbeitet, wir bieten Betriebswirtschaftliche Projekte und Blockwochen in Kooperation mit Praktikern an und natürlich können alle Dozenten eigene Praxiserfahrung in leitenden Positionen der Eventwirtschaft vorweisen.
Durch die rasante Entwicklung des Internets und der Durchdringung der digitalen Welt in alle Bereiche des Lebens, haben sich Planung und Organisation von Veranstaltungen im letzten Jahrzehnt grundlegend gewandelt. Die Inhalte sind geblieben, aber die Kommunikation ging andere, neue Wege. Während Faxe inzwischen im Museum bestaunt werden können, ist der Brief gerade noch geduldet, ersetzt durch Emails und interaktive oder Echtzeit-Kommunikations-Tools.
Immer noch relativ neu ist der Einsatz von virtuellen Netz-Veranstaltungen, die anstelle realer Veranstaltungen treten sollen. Virales Marketing durch Social Media und mobile Applikationen werden auch für die Eventbranche genauso selbstverständlich, wie man sich zunehmend die Spielgewohnheiten von Gamern zunutze machen wird, um neue interaktive Kommunikationsformen für die Branche zu entwickeln. Wie reagieren wir nun auf diesen Trend?
Neben dem Bearbeiten von Case Studies aus der Eventwirtschaft arbeiten und experimentieren wir derzeit intern mit verschiedenen Formen des Blended Learning, wenn wir regelmäßig über E-Learning Plattformen oder aber per Video- oder Webkonferenz mit unseren Studierenden kommunizieren. Der Anfang ist gemacht.
Prof. Helmut Schwägermann, Hochschule Osnabrück