de
en
Jan
18

Frankfurter Flughafen

Futuristische Edel-Immobilie mit zwei Hilton-Hotels

660 Meter ist die futuristische Edel-Immobilie „The Squaire" am Frankfurter Flughafen lang. Dort hat die Hilton-Gruppe mit dem Hilton Frankfurt Airport und dem benachbarten Hilton Garden Inn Ende 2011 gleich zwei Häuser eröffnet.

 Vom Hotel aus führt eine Fußgängerbrücke direkt zum Terminal 1 des Flughafens, in der Lobby informieren Monitore, die direkt an das Airport-System angeschlossen sind, in Echtzeit über alle Flüge. Der Name der 140.000 Quadratmeter-Immobilie, für den die englischen Wörter square (Quadrat) und air (Luft) kombiniert wurden, klingt futuristisch. 2.000 Glasscheiben umschließen das Wunderwerk der Statik und Bautechnik. Weil im Untergrund der Fernbahnhof am Airport liegt, war nur eine Höhe von neun Etagen möglich.

Die meisten Flughafenhotels bieten vor allem den Vorteil, dass man sie möglichst schnell wieder verlassen kann. Auch das Gebäude am Frankfurter Flughafen, in dem die Hilton-Gruppe gleich zwei Hotels untergebracht hat, wirkt wie eine gigantische Kathedrale der Mobilität. Jeder kann hier jederzeit hin und wieder weg, per Auto, per Fernzug, per Flugzeug, per Bus, per S-Bahn. Hotelchef Charles Muller zeigt auf die vielen Autos, Züge und Flugzeuge, die man hier im Landeanflug beobachten kann. „Nein, die Lautstärke ist kein Problem." Denn hören kann man fast nichts: Hier, mitten im Zentrum der Verkehrsströme, ist es erstaunlich ruhig.

249 Zimmer hat das Hilton Frankfurt Airport, die Preise dafür liegen zwischen 199 und 499 Euro. Im benachbarten Hilton Garden Inn, das 334 Zimmer hat, liegen die Preise zwischen 119 und 329 Euro. Das Hilton zielt eher auf die First-Class-Klientel und verfügt über einen riesigen Ballsaal, der wie ein Haus im Haus die Form und den Silberglanz des Squaire-Gebäudes im Kleinen wiederholt und fast 600 Personen fasst. Im Garden Inn übernachtet die Business Class. Dort gibt es keine Kofferträger, und statt der Minibar gibt es einen Minimarkt in der Lobby.

Das Hilton-Restaurant „Rise" beschäftigt sich intensiv mit dem in der gehobenen Gastronomie eher exotischen Thema Brot. In allen neun Ländern, in denen er bisher gearbeitet habe, versichert der Niederländer Muller, habe deutsches Brot das obere Ende der Skala markiert. Für die Deutschen hat es einen starken Heimatbezug, für alle anderen ist es etwas typisch Deutsches.

Alle Zimmer, sowohl im Hilton als auch im Garden Inn, haben Steckdosen, die für US-Geräte, für britische und für solche mit EU-Norm passen. Die Matratzenhärte kann der Kunde selbst einstellen.

Zwei Marken aus dem Hilton Worldwide Portfolio am selben Standort ist in Europa eine Premiere. Muller spricht in diesem Zusammenhang von einem ‚Cluster'. „Wir sehen es als ein Zukunftsmodell, das aus der Kostenperspektive und aus Kundensicht Sinn macht. Ein Kunde, der mehr Auswahl hat, ist immer glücklicher."

In dem riesigen Silberling, der an ein Raumschiff erinnert, befinden sich, außer den beiden Hotels, als Squaire-Hauptmieter - unter anderem auch Büros der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG und der Lufthansa. In der ‚New Work City' sollen, wenn alle Mieter eingezogen sind, rund 7.000 Menschen arbeiten.

Wie viele andere Großimmobilien wurde der Bau natürlich nicht rechtzeitig fertig und auch viel zu teuer. Erst musste der Generalauftragnehmer ausgewechselt werden, dann minderwertiger Stahl und fehlerhafte Rolltreppen aus China. So wird der Bau fast zwei Jahre später als geplant endgültig fertig. Und kostet statt der ursprünglich veranschlagten 660 Millionen nun mehr als eine Milliarde Euro.

Für zusätzliche Nachfrage, hofft Hilton-Mann Muller, wird auch der Standortvorteil sorgen. Die Lage am Flughafen hat für einen Hotelier besonders im Winter einen speziellen Vorteil, jedenfalls bei schlechtem Wetter. „Verzögerte Flüge oder verpasste Anschlussflüge bieten Flughafenhotels immer wieder Marketingmöglichkeiten, da die Leute gezwungen sind zu übernachten".