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Mai
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Größte Netzkonferenz

re:publica: Station Berlin als Bastion gegen Hate Speech und Fake News

Sascha Lobo bei der re:publica 2017 in Berlin. (Foto: re:publica/Gregor Fischer - CC BY-SA 2.0)

“Weltweit steht die Presse- und Kommunikationsfreiheit unter Druck", sagte Veranstalter Markus Beckedahl bei der "re:publica". Die größte deutsche Netz- und Gesellschaftskonferenz hat von 8. bis 10. Mai 2017 rund 9.000 Delegierte in der Station Berlin versammelt. Das Motto "Love out Loud" verstanden die Veranstalter als Aufruf, Hassparolen, Hate Speech und Fake News im Netz nicht nur aktiv zu bekämpfen, sondern positive Gegenentwürfe für das Internet als lebenswerten Raum zu präsentieren und zu leben.

Zur Bewusstseinschärfung und aus Solidarität mit Bloggern, Journalisten und Aktivisten widmete die re:publica ihre Eröffnungssession ganz dem Thema der gefährdeten Meinungs- und Pressefreiheit. Der ins Exil nach Deutschland geflüchtete türkische Journalist Can Dündar erzählte im Plenum bewegend von der Terrorismus-Anklage gegen ihn während seiner Zeit als Chefredakteur der größten türkischen Zeitung.
Gestern ist die re:publica dann nach drei Tagen in der Station-Berlin zu Ende gegangen. 1.000 Rednerinnen und Redner hielten Vorträge oder moderierten Panels, die Frauenquote lag bei 47%. Großen Andrang gab es beim netzpolitischen Dialog von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Constanze Kurz und "netzpolitik.org"- und "re:publica"-Gründer Markus Beckedahl.
Tanja Haeusler, die 2007 die re:publica mit ins Leben rief, sagte: "Es reicht nicht, Hass und Gewalt zu bekämpfen. Was es braucht, sind positive Gegenentwürfe, zu denen man Ja sagen kann. Das re:publica-Programm hat unter dem Motto “Love Out Loud!” etliche Beispiele dafür präsentiert." Markus Beckedahl: "Eines unserer Ziele für diese re:publica war es, einen Ort zur Verfügung zu stellen, an dem wir uns über mögliche Lösungen und Strategien für negative Phänomene wie Hassrede oder Falschmeldungen im Netz auseinandersetzen. Wir freuen uns, wenn viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer motiviert nach Hause fahren, um den Rest des Jahres digital und analog Zivilcourage zu zeigen und überall für eine offene Gesellschaft und damit auch für unsere Demokratie einzutreten”.
Erstmals nahm auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller an der gemeinsamen Eröffnung teil. Müller hob die besondere Bedeutung der Digitalisierung für Berlin hervor und schloss sich dem Appell für Pressefreiheit an: "Es muss darum gehen, wie wir uns unsere Werte – vor allem auch Presse- und Meinungsfreiheit – erhalten." Viele hätten diese Werte für selbstverständlich gehalten – man müsse jetzt aber erkennen, dass man für sie immer wieder kämpfen und sich engagieren muss. (wew)

www.re-publica.com