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Mär
29

Jordanien

Marhaba

Begrüßung mit einem freundlichen Lächeln

Amman – die Hauptstadt des Königreiches

Der „Easy Rider“-Transfer kam gut an

Petra – Al Siq

„Unsere“ Segelyacht vor dem Kempinski Aqaba

„Unsere“ Segelyacht vor dem Kempinski Aqaba

Musicians at Jerash

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Al-Khazneh – one of Petra’s highlights

The modern auditorium of the Kempinski Ishtar

King Abdullah Mosque in Amman

Rocking and swaying – “SUV“ transport into the Wadi Rum

Rocking and swaying – “SUV“ transport into the Wadi Rum

Marhaba, das arabische Wort für  „Willkommen“ oder „Hallo“ ist mehr als eine Begrüßungsformel, denn es impliziert das Angebot von Gastfreundschaft. Im November 2010 hat ein Dutzend Meeting- und Incentiveprofis diese Gastfreundschaft in Jordanien selbst erfahren dürfen.

Nach der Revolution in Tunesien und gewalttätigen Protesten sowie Chaos in Ägypten wurde schnell befürchtet, es könne in der arabischen Welt zu einem Dominoeffekt kommen. Und tatsächlich: Am 1. Februar beispielsweise setzte der jordanische König Abdullah II. angesichts anhaltender Proteste von Oppositionellen, allen voran die mächtige islamistische Opposition, die Regierung ab. Die Opposition, hieß es, fordere unter anderem die Bildung einer „nationalen Regierung der Erlösung“.

Gleichwohl werden in Jordanien keine tunesischen oder ägyptischen Zustände erwartet, da die Jordanier ihr Königshaus schätzen. König Hussein, der Vater von Abdullah II., hatte bis zu seinem Tod 1999 Jordanien 46 Jahre lang regiert, das Land aufgebaut und es politisch geschickt lavierend so weit als möglich aus den Problemen der Region rausgehalten. Was nicht leicht war, denn Jordanien grenzt an Israel, das von Israel besetzte Westjordanland, Syrien, Irak, sowie Saudi-Arabien, und es teilt sich obendrein mit Ägypten eine Seegrenze im Golf von Aqaba  (Rotes Meer).

Abdullah II., der sich betont volksnah gibt, setzte die Familientradition bislang fort und betrieb im Großen und Ganzen eine prowestliche Außenpolitik. Ferner fördert König Abdullah II. neben anderem aktiv den Ausbau von Jordaniens Tourismusindustrie, etwa als Protagonist eines professionellen PR-Films, in dem er die Schönheit seiner Heimat und dessen touristische Potenziale präsentiert. Aus gutem Grund: Tourismus ist für das Land mit hohem Wüstenanteil und lediglich fünf Prozent landwirtschaftlich nutzbarer Fläche neben dem Phosphat- und Uranabbau die zweitwichtigste Devisenquelle und generiert zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Aktuell fürchtet man jedoch in Jordanien, dass der wirtschaftlich und speziell für den Arbeitsmarkt so wichtige Tourismus nach einem vielversprechenden Zuwachs von 20 Prozent in 2010 im laufenden Jahr wegen der politischen Unruhen in der Region einen herben Rückschlag einstecken könnte. In Tunesien und Ägypten kam der dort ebenfalls wirtschaftlich bedeutende Reiseverkehr aus dem Ausland schließlich fast vollständig zum Erliegen.

Für Jordanien wäre ein ähnliches Schicksal ein herber Rückschlag. Immerhin forciert das Land neben dem generellen Ausbau des Tourismus seit einiger Zeit gleichfalls dessen Diversifizierung, beispielsweise durch Förderung der MICE-Branche. So hat das Jordanische Fremdenverkehrsamt, konkret dessen deutsche Repräsentanz, die Kleber PR Network GmbH, Frankfurt, erst im November 2010 ein Dutzend deutscher, österreichischer und Schweizer Meeting- und Incentiveprofis in das Wüstenkönigreich geflogen, um es Ihnen als attraktive, zu diesem Zeitpunkt faktisch sichere MICE-Destination mit freundlichen Einwohnern vorzustellen:Ex Frankfurt fliegt die Gruppe am 21.11.2010 mit Royal Jordanian gen Amman. Der gerade mal etwas über vier Stunden dauernde Flug lässt sich selbst in der Economy Class bequem absolvieren. Untergebracht werden wir vor Ort im Le Royal Amman, dessen Management für uns ein spätes, aber sehr exquisites landestypisches Dinner in einem Restaurant des Hauses auffahren lässt. Uns überzeugen im Verlauf unseres Aufenthaltes indes nicht allein die Küche des Hauses, sondern ebenso die komfortablen Zimmer, Einrichtungen wie das großzügig dimensionierte Fitness Center sowie das freundliche, hilfsbereite Personal.

Am folgenden Tag geht’s dann richtig los: Wir besuchen die Ruinenstadt Jerash, die vor rund 2.000 Jahren unter den Römern ihre Blütezeit erlebte und zu den besterhaltenen römischen Provinzstädten der Welt gehört. Die äußerst weitläufige Ruinenanlage mit Kolonnadenstraßen, Tempeln, Bädern, Brunnen, Theatern und einem Hippodrom steht der MICE-Klientel für Dinner in den Ruinen, firmenspezifisch aufgezogene Streitwagenrennen und ähnliche Events zur Disposition.

Nach unserem ausgiebigen Spaziergang durch die Ruinen überrascht uns eine Gruppe von Harley-Fahrern, die uns zurück gen Amman chauffieren sollen. Arrangiert hat diesen abenteuerlichen „Easy Rider“-Transfer die Agentur Uniglobe Dahlan Tours & Travel (www.dahlan.com). Das Fahren mit Motorrädern ist Zivilisten zu diesem Zeitpunkt erst seit rund einem halben Jahr gestattet. Bei „unseren“ Edelbikern handelt es sich übrigens um sehr aufgeschlossene Akademiker und Geschäftsleute. Die Herzen der Damen gewinnen sie schnell und auch bei uns Herren wecken sie auf Anhieb Sympathie.

Bedacht aber durchaus sportlich fahren sie uns im Pulk gen Amman zu einem wiederum unerwarteten Zwischenstopp, einer Kletterhalle. In der Halle dürfen wir zum einen unsere Kletterkünste testen, zum anderen trägt man uns dort ein an diesem Ort unerwartet schmackhaftes spätes Lunch auf.

Zurück in Amman beschließen wir den erlebnisreichen Tag mit einem von Dakkak Tours (www.dakkak.com) spendierten Dinner im Al-Pasha Turkish Bath. In dem wie ein Restaurant gestalteten Aufenthaltsraum des vor Ort prominenten Türkischen Bades, genießen wir ein üppiges Buffet schmackhafter Mezzeh bei arabischer Saitenmusik und Bauchtanz. Die Tänzerin stammt aus Osteuropa – offenbar hat auch das Bauchtanzgeschäft eine Globalisierung erfahren.

Am folgenden Morgen besichtigen wir drei ausgewiesene Tagungshotels in Amman: das Grand Hyatt mit 211 Zimmern, 50 Apartments, mehreren Meetingräumen für bis zu 1.100 Teilnehmer sowie das ihm angeschlossene Zara Expo Center mit drei Ausstellungshallen und einem 300-sitzigen Auditorium, dann das Le Meridien mit 430 Zimmern und dem Royal Convention Center für bis zu 1.200 Gäste sowie das Landmark Hotel mit 260 Zimmern und 17 Veranstaltungsräumen für bis zu 2.000 Personen.

Nach einer Stippvisite im Wild Jordan Center, in dem die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) über Tiere und Naturschutzprojekte in Jordanien informiert, steuern wir per Bus den neu eröffneten Spa OBeach am Toten Meer an. In der hinunter zum Toten Meer terrassierten Anlage lädt uns die Agentur RUM International (www.rumtravel.com) abends zu einem Dinner im Freien ein. Außer am Blick über das Meer auf die Lichter der Stadt Jericho (Israel) am gegenüber liegenden Ufer erfreuen wir uns am Essen sowie der mitreißenden Musik einer dreiköpfigen kubanischen Band. Unsere Nacht verbringen wir im nahegelegenen, komfortablen Jordan Valley Marriott Resort & Spa, das über 250 Zimmer und Suiten sowie acht Meetingräume verfügt.

Nach dem Checkout am Morgen sehen wir uns ausgiebig das Kempinski Ishtar an, dessen Design an die Hängenden Gärten von Babylon erinnern soll. Die stilvolle und edle Hotelanlage am Toten Meer verfügt über 345 Zimmer und Suiten sowie umfangreiche Konferenz- und Banketteinrichtungen einschließlich eines großen Ballsaals für bis zu 800 Gäste und eines Auditoriums mit 182 Sitzen. Im Anschluss schauen wir uns das Mövenpick Resort & Spa Dead Sea an, das seinen MICE-Gästen 346 Zimmer in zehn Kategorien, zwei Ballsäle, diverse Breakout-Rooms, ein römisches Theater mit über 500 Plätzen sowie ein Auditorium mit 198 Sitzen zur Wahl stellt.

Verabschiedet werden wir vom Mövenpick mit einem vorzüglichen Lunch. Dann fahren wir nach Petra, wo wir im Taybet Zaman Hotel Petra einchecken. Die solide Hotelanlage im Stil eines Wüstendorfes besitzt rund 100 Zimmer, deren doch eher spartanische Ausstattung mindestens einen Hotel-Stern verschenkt. Soll heißen: Aus diesem Hotel ließe sich leicht mehr machen.

Am Abend organisiert die Agentur Discovery (www.discovery1.com) einen sehr stimmungsvollen Event im Kellergewölbe der Burg Shobak, einer 1115 erbauten Kreuzritterfestung. Das landestypische Essen mundet uns wiederum ausgesprochen gut, zumal die einzelnen Gänge von unerwartet guten jordanischen Weinen flankiert werden.

Nach dem morgendlichen Checkout im Taybet Zaman Hotel steht endlich der von uns allen mit Spannung erwartete Besuch der antiken Felsenstadt Petra auf dem Plan. In vorchristlicher Zeit war die von den Nabatäern im felsenumringten Tal von Petra errichtete Stadt Handelsknotenpunkt und Hauptstadt des nabatäischen Königreiches. Heute behauptet sich das von der UNESCO als Weltkulturerbe geadelte Petra als bekanntester Touristenmagnet des Landes.

Von der eigentlichen Stadt ist nichts mehr übrig außer Hunderten in den Fels gemeißelten Grabstätten, darunter das berühmte Al-Khazneh (Schatzhaus), eine 30 Meter breite und 42 Meter hohe Grabraumfassade, sowie den Ruinen von Tempeln, eines Theaters und kolonnadengesäumter Straßen. Zudem thront hoch über dem Tal das Ad-Deir-Kloster auf dem Fels. Beeindruckend ist das Ganze allemal, nicht zuletzt wegen des Weges dorthin, dem Siq, einer über einen Kilometer langen, teils nur wenige Meter breiten Felsschlucht mit circa achtzig Meter hohen Wänden. Der Weg ist das Ziel, könnte man sagen. Übrigens steht Petra auch als Eventkulisse parat, wenngleich sich dafür das nicht weit entfernte „Little Petra“ alias Al Beidha besser eignen soll.

Nach dem Highlight Petra folgt gleich das nächste: Man schickt uns in die Wüste, und zwar in die Wadi Rum. Unseren beeindruckenden Wüstenabend starten wir mit einem grandiosen Sonnenuntergang, den wir von einer Düne aus mit einem Sundowner in der Hand gebannt verfolgen. Danach schaukeln wir mit Geländewagen weiter in die Wadi Rum hinein zu einem exklusiven, sicherlich dem luxuriösesten Zeltcamp (maximal 50 weiße Zelte) im jordanischen Wüstensand überhaupt. Betrieben wird das Camp von unserem Gastgeber, der Agentur Karma House (www.karmahousejordan.com). Das Camp und die Stimmung hier erfüllen jedes Klischee von Wüstenromantik und ziehen uns derart in ihren Bann, dass wir bedauern, die heutige Nacht nicht hier verbringen zu dürfen. Aber das ausgedehnte Dinner auf dicken Teppichen unter dem Sternenhimmel entschädigt uns großzügig.

Tags drauf sind wir in Aqaba am Roten Meer, einem Seehafen am Golf von Aqaba. Komfortabel untergebracht werden wir im InterContinental Aqaba, das 255 Zimmer, und fünf Meetingräume, dessen größter 1.100 qm misst, besitzt. Nach einem kleinen Bummel durch Aqaba setzen wir vom eigenen Anleger des InterConti zu einem Segelschiff über. Sindbad Cruises (www.sindbadjo.com) spendiert uns eine Lunch Cruise auf einer ihrer Yachten, in diesem Fall der rustikalen 30-Meter-Holzyacht Aladdin 24. Bei strahlendem Sonnenschein, ruhiger See und tollem Bordcatering entwickelt sich der exklusive Törn auf dem Roten Meer zum absoluten Wohlfühlerlebnis.

Abends lädt uns die Agentur Hussam Tours (www.hussamtours.com.jo) zu einem Dinner in die Ruine des historischen Aqaba Castle. Das Fort, dessen gegenwärtige Struktur auf das 15. Jahrhundert datiert, wurde für unsere kleine Gruppe großzügigerweise komplett und aufwändig dekoriert. Wir waren wirklich beeindruckt, da der Aufwand, etwa die komplette mobile Küche und die Musikergruppe, sowie der dafür beanspruchte Platz für einen Großevent ausgereicht hätten. Chapeau!

Vor der Weiterreise am folgenden Morgen absolvieren wir noch schnell eine Inspektionstour durch das Kempinski Hotel Aqaba. Das stylische Haus offeriert seinen Gästen 201 Zimmer und Suiten, einen Ballsaal sowie fünf kleinere Meetingräume.

Jetzt folgt eine vierstündige Busfahrt nach Ma’in, das für seine heißen Quellen 264 Meter unterhalb des Meeresspiegels bekannt ist. Hier steuern wir das Evasion Six Senses Resort an, das in einer tiefen Schlucht liegt und Ausblick auf eben jene heißen Quellen, die rundum aufragenden Felswände sowie den Himmel oberhalb der Schluchtkanten bietet.

Das Haus, immerhin ein Evasion Six Senses enttäuscht: Seine Küche ist zweifelsohne gut, doch die Servicequalität liegt am unteren Ende unserer Hotelerfahrungen in Jordanien. Zur Zeit unseres Besuches liegen Hunderte von Fliegen auf der Terrasse und dem dortigen Mobiliar. In meinem Zimmer sind die Fenster deutlich verschmutzt, die schleifenden, klemmenden Schiebetüren zum Balkon lassen sich kaum bewegen, die Scharniere der Duschtür sind verrostet, der Toilettenpapierhalter ist kurz davor, von der Wand zu fallen, und der Zimmersafe muss gemietet werden. Der Nimbus der Six Senses-Qualität wird hier drastisch demontiert.

Da ist es schon tröstlich, dass uns an unserem letzten Abend in Jordanien die Agentur Ashtar Tours (www.ashtartours.com) nach einem letzten Sundowner auf der Aussichtsplattform des Panorama Complex, in ein uriges Restaurant zu einem Abschiedsdinner mit lokalen Gerichten entführt. Wir lassen uns im Atrium des Traditionslokals zum vorerst letzten Mal die köstlichen jordanischen Speisen munden, denn morgen früh fliegen wir ex Amman zurück nach Hause.Mit im Gepäck haben wir die Erinnerung an ein schönes Land, freundliche, teils verblüffend offene Menschen und zweifelsohne incentivetaugliche Erlebnisse, die wir so schnell nicht vergessen dürften. Und vor allem: Wir haben Jordanien als sicheres, zweifelsfrei lohnendes Reiseziel erlebt. Es ist diesem Land und seinen Bewohnern wirklich zu wünschen, dass es so sicher bleibt.
TF