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Mär
30

Großbritannien

Dabei sein ist alles

London ist für sportliche Großevents gerüstet

Beeindruckende Aussichten vom London Eye

Olympia 2012 bietet auch MICE-Veranstaltern eine Fülle von Möglichkeiten

Knapp eineinhalb Jahre vor dem Beginn der Olympischen Spiele ist man in London zuversichtlich, dem zu erwartenden Athleten- und Besucherandrang gewachsen zu sein. Die MICE-Branche freut sich dabei über ein wachsendes internationales Interesse und den Ausbau der Infrastruktur.

Die britische MICE-Industrie hat derzeit Grund zum Optimismus. Nach Angaben der British Tourist Authority erholt sich beispielsweise das Incentive-Segment gut von den Auswirkungen des weltwirtschaftlichen Abschwungs. Die BTA beobachtet dabei eine Nachfrage nach Programmen mit Motivations-und Bildungselementen, wobei Fragen der Nachhaltigkeit einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Im Segment Kongresse und Konferenzen wurden in den letzten Jahren landesweit sehr umfangreiche Investitionen in neue Konferenzeinrichtungen getätigt. Darüber hinaus wurde ein kontinuierlicher Anstieg der Konferenzen auf den Gebieten Finanzen, Medizin, Pharmazie, sowie der technischen und kreativen Industrie in Grossbritannien verzeichnet.

Laut BTA entfallen 73% der MICE-Kunden in Grossbritannien auf den einheimischen Markt. Insgesamt werden 21% des gesamten touristischen Umsatzes (einheimisch und incoming) der International Passenger Survey 2009 zufolge durch MICE Events generiert. Die Chancen stehen jedoch gut, dass sich der Anteil ausländischer Meeting- und Incentivegäste in nächster Zukunft erhöhen wird. Dazu werden nicht zuletzt die Olympischen Sommerspiele 2012 beitragen. Ab dem 27. Juli 2012 werden olympische Athleten in London um Medaillen kämpfen. Die britische Hauptstadt wird damit zur einzigen Stadt, die dreimal Ausrichter der Spiele war (nach 1908 und 1948). Im Bewerbungsverfahren konnte sich die Themse-Metropole gegen Paris, Madrid, NewYork und Moskau durchsetzen. Es werden bei den Sommerspielen in London insgesamt 301 Wettbewerbe in 26 Sportarten ausgetragen.

Erfahrungsgemäß nutzen viele Unternehmen das Um- und Vorfeld solcher Großveranstaltungen gerne als attraktiven Rahmen für die eigenen Meeting- und Incentiveveranstaltungen. Zumal London die Gelegenheit bieten wird, etliche Wettkämpfe auch ohne Eintrittskarte hautnah zu erleben. So wird der Olympische Fackellauf auf seinem Weg durch das Königreich allen Besuchern die Möglichkeit geben, etwas vom olympischen Geist zu erleben. Besucher Londons können dem Marathon, Triathlon oder den Straßenrennen der Radfahrer auch ohne Ticket zuschauen. Und der Platz der Horse Guard Parade gegenüber dem Buckingham Palace, von wo täglich die ,,Changing of the Guard“ startet, wird zum Sandstrand umgestaltet. Hier werden die Wettbewerbe der Beach Volleyballer stattfinden. An der Küste der Grafschaft Dorset sind die weltbesten Segler zu bestaunen, wenn sie aus dem Hafen von Portland auslaufen. Alternativ können Besucher auch an jeder der 18 so genannten „Live Sites“ zwischen Edinburgh und Plymouth vorbeischauen, um olympisches Flair zu schnuppern. Dort werden nicht nur die Spiele auf Riesenleinwänden übertragen, sondern auch entsprechend gefeiert.

Die Gesamtkosten der Olympiade werden auf ca. neun Milliarden Britische Pfund geschätzt. Vom Gesamtbudget werden nach Angaben des ,,London Organising Committee of the Olympic Games and Paralympic Games“ (Locog) drei Viertel in den Wiederaufbau und die nachhaltige Entwicklung des Londoner East Ends fließen. So werden unter anderem im Olympischen Dorf über 17.000 Betten zur Verfügung stehen. Auch in Sachen Nachhaltigkeit wollen die Macher der Spiele neue Maßstäbe setzen. Im Herzen der Spiele, dem im East End gelegenen Olympic Park werden als sichtbares Zeichen rund um das Olympiastadion 400.000 Pflanzen neu gesetzt, Regenwasser wird zur Spülung der Toiletten genutzt. Das Nahverkehrsnetz wird perfektioniert, damit die Anreise per Auto unattraktiv wird.

Selbstverständlich rüstet sich auch die Hotelbranche für das bevorstehende Großevent. Laut den jüngsten Vorhersagen wird das Angebot an Hotelzimmern in London bis 2012 um 12% wachsen, eine Zunahme um 13.300 Zimmer. Zur Zeit der Olympischen und Paralympischen Spiele wird die Hauptstadt über 123.000 Hotelzimmer verfügen. Rechnet man noch die Selbstversorger- und Universitätsunterkünfte dazu, ergibt sich eine Zahl von 140.000 Zimmern.

Was auch Kongressveranstalter freuen dürfte: Mit den neuen Veranstaltungsorten, die im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 in London errichtet werden, wird die Zahl der Orte, die große Kongresse mit 5.000 und mehr Teilnehmern veranstalten können, noch wachsen. Derzeit finden sich nach Angaben der BTA im Land gut 20 Veranstaltungsorte, die Kongresse dieser Größenordnung bewältigen können.
KA