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Okt
21

Hamburg

Auf digitaler Schatzsuche in Hamburg

„Und auf der linken Seite sehen Sie den Hamburger Hafen.“ Die Blicke schweifen träge nach links. So oder so ähnlich haben wir sie alle schon erlebt – eine klassische Stadtführung. Wenn der Stadtführer dann noch mit monotoner Stimme sein Standardprogramm abspult, fährt jeder Beteiligte enttäuscht und mit keinem Fünkchen Wissen mehr über die besuchte Stadt nach Hause. Schade, denn es geht auch ganz anders.

12 deutsche Hosted Buyer aus Unternehmen und Agenturen, die auf Einladung des Hamburg Convention Bureau und TW Anfang Oktober in die Hansestadt gekommen waren, wurden Teil eines Experiments. Aufgeteilt in kleine Gruppen à 3-4 Personen und ausgestattet mit einem ipad pro Gruppe, wurde die Hafencity per GPS-Ralley erkundet. Die Firma Geo Bound Hamburg (http://www.geobound.de) bietet seit 2008 per GPS gesteuerte digitale Stadtführungen und Geocoaching Events an. Die Karte auf dem ipad zeigt den Teilnehmern, an welcher Stelle Schätze „vergraben“ oder Aufgaben zu lösen sind. Gelangt man in die unmittelbare Nähe eines sog. Geopunktes, öffnet sich auf dem ipad die passende Aufgabenstellung oder Frage zur Location / Attraktion. So lernt man per Outdoor-Abenteuer selbstbestimmt und individuell die Stadt kennen. Der Lerneffekt ist enorm, da man sich das Wissen selbst erarbeitet. Und Spaß macht es auch noch! Um die anderen Gruppen über die eigenen Gruppen-Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten, kann man über das ipad Bilder und Nachrichten auf einer virtuellen Pinnwand posten. Wenn vor der Ralley noch ein attraktiver Preis ausgelobt wird, sind die Teilnehmer mit besonders großem Eifer im Einsatz. Für Incentive- und kleine Seminargruppen eine spannende Alternative zur üblichen Stadtrundfahrt.

Wahre Schätze finden sich – ganz ohne ipad-Unterstützung – auch im Phantomzimmer des über 100 Jahre alten Traditionshauses Atlantic Kempinski. Mit einem unspektakulären Lastenaufzug fährt man bis unters Dach des Hotels. Dort türmen sich von Spinnweben und Staub bedeckte alte Bücher, Spiegel, Polstermöbel und sogar Teile der Requisite von Udo Lindenbergs „MTV Unplugged“-Konzert im Hotelfoyer im Sommer 2011. Ob das Phantom hier tatsächlich noch haust, konnten wir bei Champagner und einem kleinen Amuse-Gueule nicht feststellen. Fakt ist, dass James Bond im berühmten Kinostreifen „Die Welt ist nicht genug“ tollkühn auf dem Dach des Kempinski herumkletterte. Von der kleinen Dachterrasse außerhalb des Phantomzimmers hat man einen wunderbaren Blick über die Alster und Hamburgs Dächer.

Das Hotel Atlantic Kempinski befindet sich seit Anfang 2010 im Umbau. Zahlreiche der gesamt 244 Zimmer und Suiten sind bereits stilgerecht saniert. Für Konferenzgäste stehen Meeting-Räumlichkeiten mit einer Kapazität bis zu 1.200 Personen bereit.