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02

Von Gerrit Heijkoop

Meine 5 wichtigsten Erkenntnisse vom 50. ICCA-Kongress 2011 in Leipzig

Kennen Sie das Gefühl der Aufregung, wenn einem der Kopf mit neuen Ideen, Chancen und Möglichkeiten übersprudelt? Das Gefühl, dass man noch immer ganz woanders ist, obwohl man sich tatsächlich wieder am Arbeitsplatz befindet? Ich befinde mich noch immer ‚in der Blase’ des 50. Kongresses der International Congress and Convention Association (ICCA), das im modernen, von einer erstaunlich hellen, leichten und offenen Architektur geprägten Congress Center Leipzig (CCL) stattfand. Diese Umgebung hat sicherlich mit zur tollen Atmosphäre beigetragen – wie selbstverständlich auch die Anwesenheit von mehr als 1,000 Profi-Kollegen aus 70 verschiedenen Ländern.

In diesem Beitrag möchte ich die fünf Trends mit Ihnen teilen, die ich als wichtigste Erkenntnisse vom Kongress mit nach Hause nahm. Alle fünf Themen haben während der Tagung große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und meiner Meinung nach sollten wir alle damit anfangen, mit ihnen zu arbeiten.

1. Den Schwerpunkt auf Ergebnisse setzen


In diesen wirtschaftlich turbulenten Zeiten können wir die Augen nicht länger vor der Frage verschließen: Wie kann man sicherstellen, dass der Besuch eines Kongresses bzw. einer Tagung einen maximalen Mehrwert erzeugt? Beim ICCA-Kongress wurde sehr viel Aufmerksamkeit den Themen Meetings Mindset sowie ROI Methodology gewidmet. Klicken Sie auf die Links, um ein kurzes Video zu sehen.

Mit Meetings Mindset befindet sich der Brite Jonathan Bradshaw auf einer Mission, um dem Besucher die Maximierung der Ergebnisse einer Konferenz- bzw. Tagungsbeteiligung zu gewährleisten. Er bietet ein „Online Performance Center“, wo man sich im Vorfeld vorbereiten und sich hinterher einschätzen kann. Darüber hinaus bietet Jonathan auch kraftvolle Bühnenvorstellungen. In Leipzig verantwortete er die Kick-Off-Veranstaltungen für erstmalige Teilnehmer – und zwar meiner Meinung nach mit großem Erfolg!

Die ROI-Methodik wurde von Herrn Dr. Elling Hamso, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Event ROI Instituts in Norwegen, vertreten. Mit dem Event ROI-Modell kann man einen Kongress oder eine Tagung in einen größeren Zusammenhang setzen. Am Anfang werden Ziele auf unterschiedlich abstrakten Niveaus gesetzt. Indem diese Ziele bei der Konferenzgestaltung im Auge behalten und mittels gezielter Einzelbewertung nach der Veranstaltung eingeschätzt werden, kann man den Mehrwert besser bestimmen und kontrollieren.

2. Social Media


Wie bei fast jeder Konferenz oder Veranstaltung heutzutage in unserer Branche, waren auch wieder Social Media ein Top- Thema. Der Niederländer Lykle de Vries war dafür, das traditionelle Marketing gänzlich einzustellen und die dadurch freigemachten Budgets zur aktiven Beteiligung am Dialog über Social Media zu verwenden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: es geht nur, wenn man aufhört zu schreien und anfängt zuzuhören.

3. Meeting-Gestaltung

Nicht nur wurde sehr viel über das interaktive Lernen geredet, es wurde auch in den einzelnen Sitzungen sehr viel praktiziert. So gab es zum Beispiel keine klassische Theaterbestuhlung, sondern in jedem Tagungsraum runde Tische, die während der Sitzungen zur Diskussion, zur Übung und auch zum Spiel benutzt wurden. Die Anwendung ‚spielerischer Elemente’ steigert generell das Engagement der Teilnehmer. Wer sich besonders für dieses Thema interessiert, wird vielleicht auch Interesse an der vom 15. bis 17. Januar in Kopenhagen stattfindenden Fresh Conference haben.

4. Raum für Nicht-Geplantes


Dies war eher eine persönliche Feststellung denn eine themenbezogene Sitzung. Einige meiner besten Kongressmomente hatten nichts mit dem offiziellen Programm zu tun. Zum Beispiel der spontane Peer Review mit Roy Shepard und Lykle de Vries, in dem sie meine eigenen Leistungen als Redner begutachteten. Höchst inspirierend!

Meiner Meinung nach können Veranstalter solche Erlebnisse häufiger durch Schaffung der richtigen Umgebung bzw. Einrichtungen wie etwa Lounges durchsetzen. Diese sollten auch Getränke, guten Internetzugang und Flip Charts zur Verfügung stellen sowie bewusst „weißen Raum“ im Tagesprogramm schaffen.

5. Technologischer Schwerpunkt eher auf Interaktion denn Information


Natürlich war ich besonders an den Sitzungen über die Technologie sowie deren Anwendung durch die Kongressteilnehmer interessiert. In Leipzig setzte die ICCA Spotme ein. Nach den Reaktionen seitens der Delegierten sowie auf Twitter zu urteilen, glaube ich, dass die Tage dieses Kommunikationsgerätes gezählt sind. Mir fiel jedoch auf, dass Spotme verschiedene interaktive Features aufweist, die zur Zeit bei den gegenwärtigen Event-Apps nicht zu finden sind.

Viele aktuelle Apps (darunter auch unser eigenes Produkt „What's On?”) konzentrieren sich vor allem auf die Bereitstellung von Informationen. Mir wurde jedoch klar, dass eine Technologie, welche die Teilnehmer zur Interaktion anregt, einen viel größeren Mehrwert bietet. Dies muss aber so geschehen, dass es auf den bereits verwendeten Plattformen möglichst leicht zugänglich ist und dennoch alle Teilnehmer mit einschließt.

Über Gerrit Heijkoop


Gerrit ist ein Unternehmer mit einer Leidenschaft für Events und Technologie. Seine größte Stärke besteht darin, eine Gruppe von Leuten miteinander zu verbinden, um ein konkretes Ergebnis zu erzielen. In der Rolle des Eventberaters und erfahrenen Profis im Bereich Social Media hilft er Organisationen, ihre Träume zu verwirklichen.

Gerrit ist auch Mitbegründer der Firma Triqle Event Intelligence, die dieses Jahr auch den bereits sehr erfolgreichen Service „What's On?“ einführte. „What's On?“ informiert die Besucher von Veranstaltungen, Kongressen und Ausstellungen über das Veranstaltungsprogramm per Bildschirm, Handy sowie Internet. Triqle Event Intelligence wurde im 2011 EIBTM Technology Watch lobend erwähnt.

Gerrit kann man auf seinen Websites sowie auf www.triqle.eu und www.vivo.nu folgen, ebenso durch seinen Blog (auf Holländisch) oder auch durch Twitter @gheijkoop

Gerrit Heijkoop wurde vor kurzem für das berühmte Meeting Podcast-Blog in den USA interviewt. Dort sprach er mit Mike McAllen über „What's On?“. Das Interview können Sie hier hören.