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Nov
22

Access

„Qualität statt Quantität“

1.700 nationale und internationale Fachbesucher sowie Hosted Buyer aus 15 Ländern reisten zur access 2011 in der Hofburg Vienna an. Die wichtigste B2B-Fachmesse der österreichischen Tagungswirtschaft war auch diesmal wieder nach den Kriterien des österreichischen Umweltzeichens „Green Meetings“ zertifiziert.

Alexander Kery, Head des austrian business and convention network (abcn) war mit der Messe zufrieden. Mit dem Rückgang der Besucherzahlen hatte er gerechnet. „Trotzdem wurden unsere Erwartungen nahezu erfüllt.

Der leichte Rückgang bei den Besucherzahlen erklärt sich durch die bewusst stärkeren qualitativen Kontrollen der Anmeldungen, sowohl bei Ausstellern als auch bei Fachbesuchern. Auch die Wiener Fachmesse für Kongresse und Tagungen, auf der mehr als 200 österreichische Aussteller ihre Produkte präsentierten, setzt auf Qualität statt Quantität.

2004 wurde die access von den fünf Trägerorganisationen abcn austrian business and convention network - Österreich Werbung, ACB - Austrian Convention Bureau, RTK - Round Table KonferenzHotels, Austrian Airlines und Vienna Convention Bureau gegründet. Und mit dem österreichischen Umweltzeichen für „Green Meetings“ wurde im Vorjahr ein Gütesiegel geschaffen, das umweltbewusstes Management und soziales Handeln eines Meeting-Veranstalters einfordert.

In der Branche sei man sich durchaus bewusst, dass Kongresse, Tagungen und Konferenzen Ressourcen verschlingen, Emissionen verursachen und für einen erheblichen ökologischen Fußabdruck sorgen, erklärt der Chef des austrian business and convention network. „Ressourcenschonung, Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit gewinnen deshalb mehr und mehr an Stellenwert.

Als Umweltsünder gebrandmarkt zu werden ist das, was man am allerwenigsten braucht.“ Um als „Green Meeting“ zertifiziert zu werden, müssen verschiedene Kriterien, deren Umsetzung nach einem Punkteschema bewertet wird, erfüllt werden.

Dabei geht es um Bereiche wie Mobilität und CO2 Kompensation, um die Unterkunft (also auch die für die Veranstaltung ausgewählten Hotels müssen umweltfreundlichen Standards entsprechen), um den Veranstaltungsort selbst, um Beschaffung, Material- und Abfallmanagement, um Aussteller und Messestandbauer, um das Catering und schließlich um Kommunikation und soziale Aspekte. Maximal 109 Punkte sind erreichbar.

Die Latte, die übersprungen werden muss, ist aber tiefer gelegt. 2010 fanden in Österreich 6.000 Kongresse und Tagungen statt, davon 38 Prozent in Wien. Statistisch gesehen verbraucht ein Kongressgast pro Tag 151 Liter Wasser und erzeugt 9 Kilo Müll. Nach den Kriterien des Umweltzeichens Green Meeting, kann man beinahe die Hälfte des Kongressmülls vermeiden, ungefähr 31 Prozent des Restmülls und sogar 55 Prozent des Papiermülls können eingespart werden, weiß Alexander Kery .

Dieses und letztes Jahr wurde die access nach den Kriterien des Umweltzeichens für Green Meetings zertifiziert. Die Maßnahme ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Unternehmen bei Tagungen Nachhal¬tigkeit einfordern. Eine Untersuchung der IMEX, der Internationalen Messe der Kongress-, Meeting-, Event- und Incentivebranche, zeigt das deutlich: demnach haben bereits vier von fünf der internationalen Einkäufern Umweltgesichtspunkte in ihre Eventplanung einbezogen.

Und laut „IMEX Global Insights"-Bericht für 2011 halten befragte Spitzenmanager aus aller Welt nachhaltige und umweltfreundliche Maßnahmen für wichtig. Dieses Jahr fand die access und dem Motto Veränderung statt. „Der Kongresssektor ist, wie die gesamte Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft, ständigen Veränderungen unterworfen. Um im internationalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich bestehen zu können, müssen wir auf diese neuen Anforderungen und Bedürfnisse eingehen und der Konkurrenz einen Schritt voraus sein.

Die Access Academy unter dem Motto ‘Veränderung managen und kommunizieren‘ bietet dazu spannende Vorträge und Impulse“, sagte Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, zur Eröffnung der Messe. Unternehmensberaterin und Keynote-Speakerin Dr. Monika Schwaighofer ging dabei auf die zwei Schlüsselkompetenzen „Klarheit und Mut“ ein, die notwendig sind, um erfolgreich mit Veränderungen zu leben und sie zu managen. Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace Zentral- und Osteuropa, und Josef Lammer, Geschäftsleiter Region Wien von SOS-Kinderdorf, präsentierten Erfahrungsberichte, wie ihre großen Verbände Change Management in die Praxis umgesetzt haben. Auch beim Thema Incentives ging es um veränderte Anforderungen. Referentin Ion Frauke stellte die Frage, ob und wie Incentives heutzutage noch eine Rolle in Unternehmen spielen und führte in die Welt der Motivation ein. Dazu beschrieben Alfred Göbhart, Kuoni Creative und Erik Kastner, Opus Marketing, ihre Erfahrungen mit Incentives und wie sich die Anforderungen verändert haben. Abgerundet wurde das Programm der access academy durch Vorträge von Martina Paul, Generalsekretärin der Internationalen Beleuchtungskommission und Alexander Burstein, Europharm SMC zum Thema „Reformierung internationaler Vereine“. DM