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Jan
21

„Best of Events“-Session

Besucher teilen ihr Hybrid-Wissen partizipativ

Foto: www.schmidtfabrik.de

Erkenntnisse der partizipativen Session unter dem Motto „Experte trifft Newbie“ zum Thema hybride Veranstaltungen vom 20. Januar bei der „Best of Events“ 2016, zusammengefasst von Moderatorin Gabriele Schulze:


Die ersten Gehversuche hybrider Veranstaltungen, die Teilnehmer nicht nur im Tagungsraum, sondern vielleicht in aller Welt erreichen sollen, sollten in Locations durchgeführt werden, die nicht nur über eine hohe Internet-Bandbreite, sondern auch über eigene Erfahrung mit Webcast- und Liveübertragung oder Chatmoderation vorweisen können oder entsprechende Dienstleister an der Hand haben. Alternativ sollte eine erfahrene Agentur unterstützen, die besonderen Herausforderungen zu planen.
Leider sind Locations, die sich nicht wegducken (weil die Angst vor dem realen Teilnehmerschwund überwiegt), sondern aktiv unterstützender Dienstleister sind, noch recht selten. Eine lobenswerte Ausnahme stellt die Filderhalle dar, die sich sogar mit einer informativen Webseite des Themas annimmt: http://hybrider-kongress.de

Online- und Offline-Welten wachsen auch im MICE-Markt zusammen. Gute Inhalte, starke Vernetzung und die Konzentration auf den Teilnehmer sind die Motoren für Veränderung. Die Kombination der Veranstaltungskommunikation mit sozialen Netzwerken schafft zusätzliche Reichweite und erreicht vielleicht den Teilnehmer von morgen.
Natürlich wirkt eine Veranstaltung, die vom Lernen, Netzwerken und der daraus gezogenen Motivation lebt, eher bei persönlicher Anwesenheit. Aber auch die Teilnahme als Zuschauer aus dem Büro (oder Strandkorb) und das Mitreden im Live-Chat liegt Menschen, die sonst vielleicht ganz auf eine Teilnahme verzichtet hätten.

Der Einfluss des zusätzlichen Webcasts oder Live-Streamings auf die Wirtschaftlichkeit des Kongresses muss differenziert betrachtet werden. Erste Studien aus den USA, erhältlich bei den Meeting Professionals International (MPI), berichten eher, dass zusätzliche virtuelle Teilnehmer gewonnen werden können, also die Reichweite erhöht wurde, und dass die Teilnehmer, die der Veranstaltung tatsächlich persönlich beiwohnen wollen, dies trotzdem tun.
Ein schöner Tipp für Veranstaltungsplaner, die den Schwund realer Teilnehmer beim ersten hybriden Event nicht riskieren wollen: Die Einladung zum Webcast erfolgt erst, wenn die anderen Teilnehmer die Anmeldung abgeschlossen haben.

Viele Fragen sind noch zu klären. So ist die Verbindlichkeit einer virtuellen Abstimmung, beispielsweise im Verbandsrecht oder bei Jahreshauptversammlungen noch rechtssicher zu prüfen. Aber auch die virtuelle Teilnahme und Übertragung von Stimmrechten an reale Teilnehmer könnten zielführende Zwischenschritte bilden. Gelebte Nachhaltigkeit, Anforderungen die sich aus der Globalisierung ergeben, der Bedarf nach schnell und in kürzester Zeit konsumierbarem Wissen, werden für eine schnelle Entwicklung hybrider Veranstaltungen sorgen, davon ist Nils Jakoby überzeugt.
Die Auseinandersetzung mit von den Teilnehmern eingebrachten Vorteilen und Risiken in kleinen Gruppen inmitten des Messetrubels, darf als gelungenes Experiment bezeichnet werden. Allerdings ist auch die Vorbereitung und Moderation durch erfahrene Experten für Teilnehmereinbezug eine wichtige Erfolgsvoraussetzung, die in diesem Experiment mit Bravour von Tina Gadow geleistet wurde.