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Jun
12

EVVC formuliert politische Ziele in Berlin

„Wir brauchen mehr politische Aufmerksamkeit“

Foto: EVVC

Mit konkreten Forderungen an die Bundespolitik wandte sich die Präsidentin des EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V., Ilona Jarabek, an die Vertreter des Tourismusausschusses der Bundesregierung sowie an die Teilnehmer des Tourismuspolitischen Dialogs der SPD und des Parlamentarischen Abends des BTW in Berlin.

Jarabek kritisierte in ihrem Statement, dass die Bedeutung der Veranstaltungsbranche von der Politik noch nicht gesehen werde. So komme die Branche im aktuellen Entwurf einer nationalen Tourismusstrategie der Bundesregierung nicht vor und finde auch keine Erwähnung im Förderprogramm für energetische Gebäudesanierung. Beides müsse sich ändern, sagte Jarabek: „Wir brauchen mehr politische Aufmerksamkeit." Als weiteren Wunsch nannte sie flexiblere Arbeitszeiten sowie allgemein den Abbau von Bürokratie. Laut der ICCA Studie von 2018 belegt Deutschland in Europa nach wie vor Platz 1 als internationales Tagungs- und Kongressziel. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Veranstaltungsbranche auch in Zukunft zu sichern, aber auch, um weiterhin die Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge und Kulturförderung wahrnehmen zu können, sei es unerlässlich, in die bestehende Infrastruktur zu investieren. „Leere Kassen der Städte und Gemeinden haben den Sanierungsbedarf in einem Großteil der Häuser in den letzten Jahren beträchtlich ansteigen lassen“, so Jarabek. Einer Studie zufolge emittieren Veranstaltungshallen pro Jahr rund 300.000 Tonnen CO2, von denen rund 40 Prozent durch die entsprechenden Sanierungsmaßnahmen eingespart werden könnten. „Mit Förderprogrammen, die auf die speziellen Bedürfnisse der Veranstaltungshäuser zugeschnitten sind, könnte die Bundesregierung einen großen Schritt tun, um ihre selbst gesteckten Ziele zur Senkung der Treibhausgase erfolgreich zu erreichen.“

Eine weitere Forderung der EVVC-Präsidentin ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit nach dem Modell der EU-Wochenarbeitszeit. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können viele Veranstaltungen kaum mehr erfolgreich und nach den Wünschen der Kunden umsetzen, ohne kontinuierlich an die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes zu gelangen. Wir brauchen keine Mehrarbeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern vielmehr die Möglichkeit, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten“, erläuterte Ilona Jarabek. Viele Veranstaltungen finden losgelöst von den im Volksmund regulären Arbeitszeiten zwischen 9.00 und 17.00 Uhr statt. Teilweise rund um die Uhr ist eine Halle besetzt durch Auf- und Abbauten, Proben und der Durchführung von Konzerten, Sportveranstaltungen, Kongressen und Tagungen. Um diesem speziellen Bedarf Rechnung zu tragen, braucht es neue Lösungen, ohne den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Mehr an Arbeit zuzumuten oder Einschränkungen im Arbeitsschutz zuzulassen.

www.evvc.org