de
en
Jun
12

VDR-Geschäftsreiseanalyse

Kostensenkungspotenziale bei Geschäftsreisen ausgereizt

 

Kostensenkungspotenziale bei Geschäftsreisen sind in deutschen Unternehmen ausgereizt. Vor allem Billig-Airlines haben als Sparmaßnahme ausgedient. Das hat die zehnte VDR-Geschäftsreiseanalyse ergeben, die der Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) am 12. Juni 2012 in Berlin veröffentlicht hat. Die Jubiläumsausgabe enthält neben jährlich wiederkehrenden Zahlen zu Kostenstrukturen der betrieblich bedingten Reisen und Positionierung des Travel Managements im Unternehmen Erkenntnisse zu aktuellen Entwicklungen im Markt wie Nachhaltigkeit, Car Sharing und mobile Kommunikation.

„Die VDR-Geschäftsreiseanalyse ist ein wichtiges Instrument unserer Marktforschung. In Kombination mit dem Zukunftsworkshop VDR-TrendsPort ist sie das ideale Werkzeug für die Marktteilnehmer, um die eigene Strategie zu überprüfen und sich für die Zukunft richtig aufzustellen“, sagt VDR-Präsident Dirk Gerdom. „Die aktuelle Studie beweist einmal mehr, dass Geschäftsreisen ein sensibles Barometer für die Wirtschaft in Deutschland sind.“

Der Geschäftsreisemarkt 2011 hat sich analog zur Gesamtwirtschaft positiv entwickelt. Die Anzahl der Geschäftsreisen in Betrieben mit zehn und mehr Mitarbeitern ist auf 163,9 Millionen gestiegen (+ 5,9 Prozent). Das Niveau des Vorkrisenjahres 2008 wurde erstmals wieder erreicht. Dagegen sind die Gesamtkosten nur leicht auf 44,8 Milliarden Euro (+ 3,1 Prozent) gestiegen. Diese verteilen sich zu gleichen Anteilen wie in den vergangenen Jahren auf die einzelnen Kostenbereiche Flug, Übernachtung, Bahn, Verpflegung, sonstige Kosten und Mietwagen.

Über die Hälfte (54,5 Prozent) der Geschäftsreisen sind 1-Tagesreisen. Noch nie war der Anteil so hoch. Pro Tag geben Geschäftsreisende durchschnittlich 148 Euro aus – doppelt so viel, wie ein Urlaubsreisender pro Tag ausgibt. „Geschäftsreisende generieren damit unter der Woche sowie zu Kongress- und Messezeiten hohe Umsätze, mit denen sie indirekt die urlauberfreundliche Preisgestaltung am Wochenende subventionieren“, sagt Daniela Schade, Mitglied im VDR-Präsidium.

Neun von zehn befragten Geschäftsreiseverantwortlichen sehen Kostensenkungspotenziale ausgereizt. „Die Unternehmen haben ihre Kompetenz im Umgang mit den Reisekosten derart optimiert, dass das Ende der Fahnenstange an vielen Stellen erreicht ist“, erklärt Dirk Gerdom die Entwicklung. Sogenannte Low-Cost-Airlines haben als wirksame Kostensenkungsmaßnahme im Vergleich zu 2006 am stärksten an Zuspruch verloren. Bewusst senken Travel Manager die Kosten heute durch Preisvergleiche, Einhaltung des Budgets und genaues Controlling.

Neun von zehn Unternehmen befürchten Umsatzrückgänge, wenn sie ihre Reisen zu sehr reduzieren. Sie schätzen den Umsatzverlust auf bis zu 50 Prozent und mehr, sollten Geschäftsreisen um die Hälfte reduziert werden.

Für 2013 sagt mehr als jeder dritte Befragte einen steigenden Bedarf im Hotel- (32 Prozent) und Flugbereich (35 Prozent) voraus. 53 Prozent der Firmen erwarten, dass mobile Kommunikation in den nächsten fünf Jahren von der Planung bis zur Abrechnung integrierbar sein wird. Obwohl bereits ein Drittel (34,5 Prozent) der großen Betriebe mit über 500 Mitarbeitern Ansätze im Bereich Nachhaltigkeit bei Geschäftsreisen verfolgt, setzt sich die CO2-Bilanzierung noch nicht durch. Als Hauptgrund wird der hohe Aufwand genannt.

Weitere Informationen und Download der VDR-Geschäftsreiseanalyse 2012 unter www.geschaeftsreiseanalyse.de.