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Okt
24

American Express Business Travel Forecast 2013

Preise für Geschäftsreisen ziehen weiter an

Die Preise für Geschäftsreisen in Lateinamerika, Asien und Osteuropa werden im kommenden Jahr weiter steigen. Das prognostiziert der Global Business Travel Forecast 2013 von American Express. Während die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa – vor allem aufgrund der Finanzkrise – und das langsamere Wachstum in China den Preisanstieg in den dortigen Märkten dämpfen, ist für die meisten Schwellenmärkte mit einem weiteren Anziehen der Preise zu rechnen. Unternehmen wollen hier investieren, um sich Wachstumschancen zu sichern. Die große Nachfrage nach Geschäftsreisen in diese Länder treibt die Preise in die Höhe. In Deutschland ziehen die Preise moderat an.

Von allen Ländern in der Euro-Zone ist Deutschland bisher am wenigsten von der Wirtschaftskrise betroffen. „Wenn diese Situation anhält, erwarten wir, dass die hohe Nachfrage nach Geschäftsreisen in Deutschland im nächsten Jahr konstant bleibt“, sagt Anton Lill, General Manager Business Travel bei American Express in Deutschland. Im prognostizierten Fall einer gleichbleibend hohen Nachfrage, wird 2013 bei Flug- und Hoteltarifen eine Preissteigerung geringfügig über der Inflationsrate erwartet.

Die rückläufige europäische Wirtschaft im Jahr 2012 und die Unsicherheit über die Zukunft des Euro haben starke Auswirkungen auf das Reisen in ganz Europa. Diese beiden großen Themen sind die treibenden Faktoren hinter den vermutlich niedrigen einstelligen Steigerungen der Flug- und Hoteltarife in Europa für das kommende Jahr.

In Deutschland werden die Business Class-Tarife auf der Langstrecke um zwei bis vier Prozent steigen. Höhere Preise auf der Langstrecke betreffen aller Voraussicht nach Verbindungen nach Asien – hier liegen wichtige Exportmärkte für Deutschland. Die Preise auf der Kurzstrecke werden in der Economy Class weniger stark anziehen (zwischen einem und drei Prozent). Hintergrund ist der immer größere Wettbewerb zwischen Billigairlines. In puncto Übernachtungszahlen profitiert Deutschland von seinen touristischen Top- Destinationen wie Berlin. Hier werden in den kommenden Monaten viele neue Hotels eröffnet, weitere sind in Planung. Da sich deutsche Reisende aber wirtschaftlich eher konservativ verhalten – Grund ist die Sorge um den Euro und die Befürchtung, für die Schulden anderer Euro-Länder aufkommen zu müssen –, werden sich die von Firmen ausgehandelten Hotelpreise zwischen 1,5 und vier Prozent erhöhen.

Ein Anstieg der Preise für Mietwagen ist in Deutschland nicht zu erwarten. Mehr und mehr Reiseeinkäufer in Deutschland gehen in den RFP-Prozess (Request for proposal) und die Autovermietungen liefern sich Preiskämpfe um die Kunden. Für die Basisraten ist daher sogar von einer Preissenkung zwischen einem und drei Prozent auszugehen.

Insgesamt gibt es in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika keine einheitliche Preisentwicklung. Für Länder, die von der Krise nicht so stark betroffen sind, sind anziehende Preise zu erwarten – etwa in Russland mit fünf bis sieben Prozent auf der Langstrecke in der Economy Class. Aufgrund seiner Lage als Drehscheibe in die Länder im Süden und Westen des Kontinents (und aufgrund des Rohstoffreichtums in diesen Gebieten) wird auch Südafrika eine Sonderrolle einnehmen. Für Länder hingegen, die von der Wirtschaftskrise hart getroffen wurden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Absenkung des Preisniveaus bei Geschäftsreisen abzusehen. So werden die Preise in Spanien zum Beispiel für Langstreckenflüge zwischen fünf und acht Prozent sinken.

Die wirtschaftliche Situation in Europa, besonders in der Euro-Zone, hat großen Einfluss auf die Hotelpreise, die aktuell von Unternehmen verhandelt werden. Die europäischen Länder haben es mit Inflation, sparsamen Reisenden und einer sinkenden Wirtschaftskraft zu tun, weshalb keine großen Preissteigerungen erwartet werden. Hiervon ausgenommen sind Russland, der Nahe Osten und Afrika, wo vermutlich mit einem Anstieg zu rechnen ist.

Für eine künstliche Preissteigerung in Europa gegenüber 2012 könnte eine Erhöhung der Hotelsteuern im nächsten Jahr sorgen, die in den Prognosen des Global Business Travel Forecast einkalkuliert ist. Die Mietwagenpreise werden in EMEA aller Voraussicht nach konstant bleiben.