Erholung des Veranstaltungsmarktes braucht Ze...
Erholung des Veranstaltungsmarktes braucht Zeit

Corona-Pandemie verändert nachhaltig Volumen und Struktur des Marktes

Foto: gcb

Die deutsche Tagungs- und Kongressbranche blickt zurück auf ein weiteres Rekordjahr mit steigenden Teilnehmerzahlen, so belegen es die aktuellen Daten des Meeting- & Eventbarometer. Die Corona-Pandemie, als das prägende Thema derzeit, hat allerdings auch auf die Veranstaltungsbranche massive Auswirkungen. Das Europäische Institut für Tagungswirtschaft EITW untersucht die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Veranstaltungsmarkt in Deutschland.

Aufgrund des Corona-Virus wurde bis zum Stichtag am 30. März 2020 bereits mehr als die Hälfte aller geplanten Veranstaltungen komplett abgesagt, während rund ein Drittel zunächst verschoben wurde. „Durch Corona entsteht der Veranstaltungsbranche 2020 ein immenser Schaden“, bestätigt Ilona Jarabek, Präsidentin des EVVC. „Der damit verbundene Verlust von Teilnehmer*innen wirkt sich bei den Veranstaltungszentren durch ihre großen Sitzplatzkapazitäten besonders stark aus – hier bleiben durchschnittlich rund zehn Mal so viele Menschen fern wie in den Tagungshotels und Eventlocations“, so Jarabek weiter. „Aber das Bedürfnis der Menschen nach persönlicher Begegnung wird wesentlich zur Erholung des Veranstaltungsmarktes beitragen.“

Verschiedene Szenarien, die im Rahmen der Studie vom EITW entwickelt wurden, skizzieren den möglichen Neustart der Tagungs- und Kongressbranche. Das erste Szenario nimmt an, dass der Höhepunkt der Corona-Pandemie zwischen Juni und August 2020 erreicht sein wird. Die Erholung der Branche könnte ab September beginnen. Träfe dies zu, fänden im gesamten Jahr nur 33 Prozent aller geplanten Veranstaltungen statt. Nach der Lockerung der aktuellen Auflagen und einer schrittweisen Zulassung von Veranstaltungen würden die kleinen Veranstaltungen diesem Szenario zufolge am schnellsten zunehmen und könnten sich bis zum Dezember 2020 erholen. Die mittelgroßen Veranstaltungen tendieren im Februar 2021 zurück zum Ausgangspunkt. Große Veranstaltungen würden sich erst im Frühjahr 2021 erholen.

Das zweite Szenario geht davon aus, dass Veranstaltungen nicht vor Dezember 2020 stattfinden können. Mit einer Erholung des Marktes wäre nicht vor Mitte 2021 zu rechnen. Kleinere Veranstaltungen würden für eine Normalisierung bis zum Frühjahr 2021 benötigen. Für mittelgroße Veranstaltungen würde mit einer Normalisierung ab dem Sommer 2021 zu rechnen sein. Mit einer Erholung für Großveranstaltungen wäre hingegen nicht vor dem Herbst 2021 auszugehen. In beiden Szenarien wurde zusätzlich der Wiedereintritt internationaler Teilnehmer*innen in den Markt berücksichtigt, die 2019 einen Anteil von rund 10 Prozent aller Teilnehmer*innen an Veranstaltungen in Deutschland ausmachten.

https://gcb.de/de/trends-inspiration/meeting-eventbarometer.html

 
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