Equal Pay Day: Frauen in Events - unbezahlbar...
Equal Pay Day

Frauen in Events - unbezahlbar und doch unterbezahlt

Foto: Pia Such
Das Thema Gender Equality ist vielschichtig und die Diskussion darum aufgeheizt. Sicher ist jedoch: Wahren Wandel schaffen wir nur gemeinsam.
Das Thema Gender Equality ist vielschichtig und die Diskussion darum aufgeheizt. Sicher ist jedoch: Wahren Wandel schaffen wir nur gemeinsam.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu welchem Frauen im Schnitt unentgeltlich arbeiten. Abgeleitet aus dem aktuellen Gender Pay Gap in Deutschland, ergeben sich 66 Tage. Dieses Jahr fällt er damit passenderweise auf den 7. März und liegt damit einen Tag vor dem Weltfrauentag am 8. März.

Anlässlich zum Equal Pay Day hat sich Pia Such mit der Lage von Frauen in Events beschäftigt. Mit der Hilfe und Expertise relevanter BranchenplayerInnen hat sie dabei einen direkten Einblick in die Veranstaltungsindustrie gewinnen können.

Aller Anfang ist schwer
Die erste Recherche des Artikels zeichnet ein ernüchterndes Bild. So antwortete eine männliche Führungskraft auf die Interviewanfrage: „Wir hatten in den zurückliegenden 24 Monaten viele andere Themen auf der Agenda, die uns aus der aktuellen Lage heraus wichtiger vorkamen als der Gender Pay Gap.“ Dieses Statement ist jedoch nicht verwunderlich, so Doreen Biskup. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO) fasst zusammen, dass das Thema Gender Pay Gap zwar präsent ist, die Konsequenzen, die sich daraus für Frauen in Events ergeben, jedoch fehlen.

Frauen reden über Frauen-Sachen
Dabei ist das Thema doch in aller Munde. Ilona Jarabek, Präsidentin des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und Geschäftsführerin der Musik- und Kongresshalle Lübeck, hat das Frauennetzwerk „women in congress & events“ ins Leben gerufen. Sie ist überzeugt, dass sich besonders Frauennetzwerke intensiv austauschen und das Thema Chancengleichheit auf Augenhöhe diskutieren.

Auch der VDVO betrachtet das Thema in der 2018 veröffentlichten Studie zu den Aspekten Arbeitszeit, Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen im Bereich Events genauer. Das Thema Lohnniveau wird hier explizit miteinbezogen. Ebenfalls in den Fokus gerückt wird die Problematik durch die Erhebung der tw tagungswirtschaft, m+a report und Fachmesse IMEX „Frauen in der Veranstaltungsindustrie“, welche in diesem Jahr vom 8. März bis 25. März erneut durchgeführt wird. Darüber hinaus gibt es noch weitere Frauenverbände, wie Women in Events DACH, Women in Exhibitions und She Means Community, die sich für das Thema Gender Equality starkmachen und eine Initiative bilden. Die Branche beschäftigt sich also durchaus mit dem Thema, jedoch nur in entsprechenden Interessengemeinschaften.

Der Gender Pay Gap in der Veranstaltungsindustrie
Das Statistische Bundesamt gibt an, dass der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung bei 31 % sowie bei freiberuflichen Dienstleistungen bei 27 % liegt und somit überdurchschnittlich ausfällt. Hinzu kommt, dass die Privatwirtschaft mit 20 % im Gegensatz zu 6 % im öffentlichen Dienst mit Regeltarifen einen starken Abstand im Gender Pay Gap aufweist. All diese Aspekte betreffen die Eventbranche in besonderem Maße. Das alles wirft die Frage auf, ob die Eventbranche nicht per se stärker vom Gender Pay Gap betroffen ist… den ganzen Artikel zum Equal Pay Day finden Sie hier in der aktuellen Ausgabe des eMagazin. 
Der Gender Pay Gap

Das Statistische Bundesamt (Destatis) erhebt den bundesweiten Gender Pay Gap, welcher in den unbereinigten und bereinigten Pay Gap unterteilt wird. Der Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen dient als Indikator für den aktuellen Stand der Gleichbehandlung. Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht allgemein den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer:innen miteinander. Somit wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der bspw. durch unterschiedliche Berufe oder Karrierestufen verursacht wird. Dagegen misst der bereinigte Gender Pay Gap den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Strukturbedingte Faktoren sind hier also weitgehend herausgerechnet. Aktuell liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 18 % und hat somit um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr abgenommen, der bereinigte Gender Pay Gap liegt bei 6 %. Der allgemeine Gender Pay Gap sinkt also, das aber sehr langsam.

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