Volumen von 300 Mio. Euro - ACV begrüßt die I...
Volumen von 300 Mio. Euro - ACV begrüßt die Initiative

Österreich spannt Schutzschirm für Veranstaltungsbranche

Foto: Ludwig Schedl

Vor dem Hintergrund des massiven Einbruchs in der Veranstaltungsbranche aufgrund der Corona-Krise beschloss der Nationalrat Österreichs in seiner Sitzung am 14. Oktober einstimmig einen Schutzschirm über 300 Mio. € für die Veranstaltungs-und Kongresswirtschaft, der zur weiteren Abfederung der COVID-19-Folgen beitragen soll.

Dieser Schutzschirm soll der österreichischen Veranstaltungsbranche mehr Planungssicherheit bringen. Im einstimmig beschlossenen Initiativantrag der Koalitionsparteien ist vorgesehen, dass der Bund im Wege von Haftungen nicht stornierbare Kosten übernimmt, wenn schon in die Wege geleitete Veranstaltungen nicht oder nur reduziert stattfinden können. Die rechtliche Grundlage wird über eine Änderung des Bundesgesetzes über besondere Förderungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU-Förderungsgesetz) geschaffen. In weiterer Folge sollen Förderrichtlinien, die noch erarbeitet werden müssen, im Detail festlegen, welche Kosten tatsächlich erstattet werden können.

Die Corona-Pandemie habe insbesondere den Städtetourismus hart getroffen, sagte ÖVP-Abgeordneter Karl Schmidhofer. Gerade hier seien Veranstaltungen als Tourismusfaktor wichtig, daher sei der Antrag auf Hilfe für die Veranstaltungsbranche ausgerichtet. Der Tourismus erwirtschafte jährlich 15% des BIP in Österreich und sichere 16% der Arbeitsplätze. Elisabeth Götze (Grüne) fügte hinzu, dass die Veranstaltungsbranche, die mehr als 3% der Erwerbstätigen in Österreich beschäftigt, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt.

Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) unterstrich, dass Kongresse und Messen ebenso wie Kulturveranstaltungen das gesellschaftliche Leben stark bestimmen und auch ein ökonomischer Faktor mit hoher Wertschöpfung sind. Der Schutzschirm solle daher gerade jene unterstützen, die das Land jahrzehntelang mit viel Engagement kulturell und wirtschaftlich geprägt haben. Die strikten Corona-Auflagen würden viele Veranstalter zweifellos vor große Probleme stellen. Die Branche verstehe aber auch gut, dass es das erste Ziel sein müsse, die Infektionszahlen wieder zu drücken, damit die kommende Tourismussaison gut anlaufen kann.

Kein anderes Land der EU habe bisher einen solchen Schutzschirm konzipiert, sagte die Minister. Sie sehe darin eine große Chance, der Veranstaltungsbranche längerfristige Planungssicherheit zu geben. Grundsätzlich werde die Österreichische Hotel- und Tourismusbank die Haftung für nicht stornierbare Kosten übernehmen. Da es um eine große Branche gehe, an der viele Arbeitsplätze hängen, hoffe sie auf einen einstimmigen Beschluss, sagte Köstinger. Ein solcher wäre ein wichtiges und positives Signal an die Branche.

„2020 ist für Wien und die gesamte internationale Kongressindustrie ein absolutes Katastrophenjahr. Veranstalter sind daher massiv verunsichert, was die Planungen für 2021 angeht. Daher braucht es jetzt konkrete Maßnahmen, die Vertrauen schaffen und die Planungssicherheit auch in diesen schweren Zeiten spürbar erhöhen“, sagt Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna über den geplanten Veranstalterschutzschirm. „Bei Großveranstaltungen ist eine monatelange Planungsvorlaufzeit notwendig, dabei können kurzfristig notwendig gewordene Änderungen der Rahmenbedingungen schnell den wirtschaftlichen K.O. bedeuten“, so Baumann-Söllner. „Wir begrüßen daher den angekündigten Schutzschirm, weil er den Veranstaltern Ausgaben ersetzt, welche nicht mehr stornierbar sind. Dieses Modell könnte für den angeschlagenen Kongressstandort Wien einen wichtigen Impuls bedeuten und auch international schnell Nachahmer finden.“

www.acv.at
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