Wirtschaftshilfen: Droht die nächste Entlassu...
Wirtschaftshilfen

Droht die nächste Entlassungswelle?

Foto: Forum Veranstaltungswirtschaft
Ziel des Forum Veranstaltungswirtschaft ist es, Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln.
Ziel des Forum Veranstaltungswirtschaft ist es, Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln.

Im vergangenen November hat die Bundesregierung beschlossen das Kurzarbeitergeld lediglich bis zum 31. März 2022 zu verlängern und Rückerstattung der Sozialbeiträge auf 50 % zu beschränken. Diese Maßnahmen werden laut dem Forum Veranstaltungswirtschaft in der Veranstaltungsbranche zu einer weiteren Entlassungswelle und Abwanderung von Fachkräften führen.

„Unsere Branche ist wirtschaftlich am härtesten von den Eindämmungsmaßnahmen betroffen“, sagt Marcus Pohl, erster Vorsitzender der isdv. „Aufgrund der beschlossenen Laufzeit bis Ende März werden in den kommenden Wochen die letzten Arbeitnehmer, die der Branche treu geblieben sind, gekündigt werden müssen. Mangels jeglicher Möglichkeit einer Einnahmeerzielung und den daraus resultierenden Umsatzrückgängen von nach wie vor über 80 % ist den Unternehmen aus eigener Kraft die weitere Finanzierung von Gehältern nicht mehr möglich.“ Da die Perspektive eines einschränkungslosen Neustarts fehle, bliebe der Wirtschaftszweig weiterhin auf staatliche Hilfsmaßnahmen angewiesen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Rahmenbedingungen des Kurzarbeitergeldes vage formuliert sind und ein Anspruch nicht eindeutig ausmachbar ist. „Die andauernde Unvermeidbarkeit eines Arbeitsausfalls setzt voraus, dass die Betriebe im Rahmen ihrer Schadensminderungspflicht alle zumutbaren, wirtschaftlich vernünftigen und technisch vertretbaren Maßnahmen unternommen haben, um den Arbeitsausfall zu vermindern oder zu beheben“, erklärt Randell Greenlee vom VPLT. Es sei allerdings nicht ersichtlich, welche Maßnahmen dies für Unternehmen sein sollten, die seit zwei Jahren weitestgehend ihren Beruf nicht ausüben können und keine Anhaltspunkte haben, wann dies wieder möglich sein wird.

„Ein Wirtschaftszweig, der nun seit 22 Monaten lahmgelegt wurde, benötigt besondere Unterstützungsleistungen.“
Michael Kynast, Vorstandsmitglied des FAMA

„Von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind nicht alle Wirtschaftsbereiche gleichermaßen betroffen“, erklärt Michael Kynast, Vorstandsmitglied des FAMA. „Ein Wirtschaftszweig, der nun seit 22 Monaten lahmgelegt wurde, benötigt besondere Unterstützungsleistungen.“ Im Falle des Ausbleibens der geforderten Hilfen und der zu erwartenden Insolvenzen wären alle bisher gewährten Hilfen hinfällig.

Die Verbandsvertreter weisen auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Die Verbände fordern die Regierung daher zum zeitnahen Dialog auf. Anderenfalls werde es eine weitere Abwanderung von Fachkräften geben, die einen Neustart der Branche unmöglich mache. Das Forum Veranstaltungswirtschaft verweist hier zur Lösung auf den Zehn-Punkte-Plan zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft der Grünen aus 2020 und der Erstellung eines wirtschaftlichen Sonderprogramms für die Veranstaltungsbranche.

Forum Veranstaltungswirtschaft
Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist die Allianz sechs maßgeblicher Verbände des Wirtschaftsbereichs. Ziel der Allianz ist es, Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, um damit und durch einen gemeinsamen Auftritt bei der politischen Lobbyarbeit noch schlagkräftiger zu sein. Der Zusammenschluss der wesentlichen Sektoren der Veranstaltungswirtschaft versteht sich ausdrücklich nicht als Dachverband. Jeder Partner vertritt die spezifischen Interessen seiner Mitglieder auch weiterhin unmittelbar.

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